Donnerstag, 16. Oktober 2014

Wohnungssuche in Indien – reine Nervensache (Teil 1)

Das Wichtigste vielleicht mal vorweg: Andreas und ich haben es tatsächlich vollbracht, eine Wohnung in Delhi zu beziehen. Der Weg dorthin war mehr als beschwerlich, manchmal jedoch ist der Weg auch das Ziel.

Die unendliche Geschichte auf dem Weg zur ersten eigenen Wohnung in Delhi re-live.

Hier gehts zu Teil 2

04.10.2014
Ticken in Indien anders: Uhren.

16.45 Uhr: Zwei etwas angespannte Deutsche stehen in einem der netteren Viertel Delhis, Malvija Nagar, vor dem stadtbekannten Restaurant Moti‘s und warten auf irgendetwas.

17.02 Uhr: Zwei Deutsche stehen immer noch dort und gucken sich fragend an. Der eine mit Mütze entgegnet: „Naja, ein Treff um 17.00 Uhr in Indien ist halt eher ein Treff um 17.30 Uhr.“ Beide drehen erstmal Däumchen.

17.18 Uhr: Der eine von beiden telefoniert sichtbar genervt mit irgendwem und entgegnet seiner Begleitung danach: „Der Makler ist wohl auf dem Weg.“

17.31 Uhr: Ein Inder gesellt sich zu den beiden Weißbroten (Anm. d. Red.: Ankur, ein Freund von Andreas, der uns bei der Wohnungssuche behilflich ist) und versichert gestenreich, dass er normalerweise nicht so spät dran ist.

17.41 Uhr: Die nun dreiköpfige Gruppe guckt fragend durch die Weltgeschichte und aus Verlegenheit geraten die Däumchen zunehmend in Rotation.

17.50 Uhr: Ein von Kopf bis Fuß geleckter Makler steigt von seinem schwarzen Motorrad und lässt kurz zuvor den Motor aufholen. „Oh, I didn’t know that you are three guys. Then I have to drive back and get my car.” Makler verlässt den Ort des Geschehens. Die Weißbrote schütteln ihre Köpfe.

17.58 Uhr: Die Dreiergruppe dreht erneut Däumchen.

18.21 Uhr: Der Makler kehrt mit einem winzigen Auto zurück. Er hat nun einen weiteren Makler an Bord. Die Fünfer-Gruppe fährt los. Wie sich die drei Wohnungsinteressenten auf der Rückbank stapeln, entzieht sich den Gesetzen der Physik.

18.30 Uhr: Erste Wohnung erreicht. Die Makler zeigen den Interessenten eine Wohnung, die 65.000 INR kostet. Ein Interessent entgegnet: „Wir hatten ihm doch eigentlich klipp und klar gesagt, dass unsere absolute Grenze bei 35.000 INR liegt.“

19.09 Uhr: Die zweite Wohnung wird angesteuert. Sie kostet immerhin nur 40.000 INR und besitzt vier Zimmer. Für eine fünf-köpfige Familie sicher ideal, für zwei Praktikanten? Maßlos übertrieben!

19.38 Uhr: Die größere Variante eines Smarts und seine fünf Insassen steuern die dritte Wohnung an. Sie kostet 30.000 INR und ist genau genommen eine Dreiraumwohnung. Ein Wohnzimmer, zwei Schlafzimmer. Die Interessenten schauen sich die Wohnung genau an. Unglücklicherweise ist der Makler spontan müde und das Meeting muss beendet werden.

19.59 Uhr: Zwiegespräch der Interessenten: „An für sich ist die Wohnung ok. Aber es sieht aus wie im Schweinestall. Wenn die das, so wie besprochen, bis zum 14.10. alles in Ordnung bringen, können wir die eigentlich nehmen. Aber so wie es bis jetzt aussah, war das ein Witz.“

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