Montag, 11. März 2013

Das Chaos kehrt ein: Pt. II Marcus' CS-Entjungferung

Mit vollen Bäuchen und reichlich Impressionen beendeten wir schließlich unsere Berkeley-Erlebnistour , weil wir uns am späteren Nachmittag noch mit David verabredet hatten. David habe ich vor einigen Monaten in Calgary kennengelernt und per FB lose den Kontakt gehalten. Lustigerweise stellten wir dabei fest, dass wir mittlerweile in der gleichen Stadt sind und David wird sich deshalb für einige Wochen dem Duo Infernale anschließen.

Story neben der Story: Bei unserem Treffen mit David im Starbucks am Union Square wurden wir so heftig und penetrant von einem Schwulen in kompletter Ledermontur angebaggert, dass wir trotz entschiedenster Zurückweisungen letztendlich zu dritt unsere Sachen nahmen und gingen. Ich zitiere einen Wortlaut unseres eher weniger gebetenen Gastes: "Oh you want to rent a van for three guys and sleep in it? I like that. Because it's gettin tight and hot with you three guys. Can I come with u?"

Der grobe Plan des Dreigestirns lautet: Van kaufen oder Auto mieten, Vegas, L.A., San Diego und simultan möglichst viel Sonne abgreifen.

Leider gestaltet sich diese ganze Autokaufgeschichte etwas schwieriger als gedacht, doch dazu mehr in einem anderen Blog.

Walters Home
Gegen frühen Abend wurde es dann wohl insbesondere für Herrn Schrapers aufregend, denn seine erste Nacht in einem fremden Couchsurfing-Bett stand an. Ich bin in dieser Hinsicht ja quasi schon ein alter Hase, doch unser aktueller Host Walter, 60, Architekt, gibt ohnehin wenig Anlass zur Aufregung. Höchstens ein wenig widersprüchlich ist er. Einerseits bezeichnet er sich stolz als einen der wohl ersten Hippies, die es in Amerika gab, anderseits rät er uns von jeglichen Vorhaben abgewrackte Vans zu kaufen (was er früher selbst tat) kategorisch ab und reibt uns immer wieder die sichere - und wenig abenteuerliche - Mietwagenvariante unter die Nase.

Guest Room
Aber gut, wer mag es einem 60-Jährigen verdenken, unsere abenteuerlichen Vorhaben mit Skepsis zu betrachten. Und viel wichtiger ist für uns derzeit außerdem inmitten unseres Chaos, dass wir einen passablen Schlafplatz haben und da können wir uns mit Sicherheit nicht beklagen (s. Bilder). Alles in allem kann ich wohl ohne Gewissensbisse in Marcus Namen festhalten, dass seine erste CS-Erfahrung durchaus als positiv durch geht, auch wenn die elendig langen Geschichten eines Woodstock-Rentners durchaus einschläfernd sein können.

Nachdem ihr nun eine kurze Einbettung in die akutelle Szenerie bekommen habt, werdet ihr in den kommenden Tagen vor allem die Van-Suche und sich daraus ergebende wankelmütige Gedankenspiele brühwarm aufgetischt bekommen.