Samstag, 1. Juni 2013

Stadtluft, yeah!


Ja, du hast wirklich richtig gelesen, das Stadtkind auf Abenteuerreisen schreibt: „Stadtluft, yeah!“.

Vielleicht mag es schwer nachzuvollziehen sein, doch nach Wochen auf einsamen Inseln ohne nennenswerte Zivilisation und einigen Tagen mitten in Costa Ricas Berglandschaft verspürt man irgendwann das dringende Bedürfnis nach Großstadt, das Bedürfnis nach Klamottenläden, das Bedürfnis nach Menschen, deren Lebensmittelpunkt nicht der Verkauf von Tacos darstellt. Ohne dabei abwertend klingen zu wollen, aber auf den Punkt gebracht, heißt das: Wir vermissen unsere westliche Zivilisation ein wenig. 
Autofahren im Bergland Costa Ricas

Glücklicherweise kann Costa Ricas 288.000-Einwohner-Hauptstadt San Jose (von der uns mal wieder alle Reisenden dringend abgeraten haben) diese Sehnsucht erstaunlich gut stillen. Denn im Gegensatz zu wirklich allen Städten, die wir seit Mexiko bereist haben, scheint San Jose keineswegs industriell irgendwo in den Achtzigern zu verharren, sondern könnte problemlos auch mit einer kleineren amerikanischen Großstadt verwechselt werden. Was in unserer aktuellen Stimmung ein absoluter Segen  ist.  

Was uns nach San Jose treibt, ist leider alles andere als erfreulich: Wir müssen - schweren Herzens - unseren treuen Freund und geliebten Wegbegleiter Jochen (wer es immer noch nicht mitbekommen hat: unser Auto) in der Hauptstadt Costa Ricas verkaufen, da San Jose schlichtweg die letzte Gelegenheit ist, dies finanziell lukrativ zu tun. Vor allem interessant wird dabei sein, ob der Masterplan dieser Reise, ein etwas teureres Fahrzeug in San Francisco zu kaufen, um es dann zu mindestens gleichem Preis wieder zu verkaufen, aufgeht. Ich halte euch diesbezüglich gerne auf dem Laufenden, allerdings haben horrende Zoll- und Ummeldegebühren bereits für gewaltige Fragezeichen hinter unserem Unterfangen gesorgt. Unser in Lateinamerika erworbenes Verhandlungsgeschick wird also erneut gefragt sein.
Backpackers Hostel San Jose

Auf der Suche nach Stress


Nichtsdestotrotz ist sich Reisegruppe Ostdeutschland (+Laura) lustigerweise sehr einig, dass uns der Stress, den so ein internationaler Autoverkauf so mit sich bringt, durchaus gut tut, da unsere letzten Wochen sich irgendwo zwischen entspannend, extrem ruhig und einschläfernd bewegten. Um dies einmal treffend zu veranschaulichen, ein Google-Sucheintrag von unserem Experten für innere und äußere Sicherheit Marcus Schrapers:

„Legale Macheten-Einfuhr nach Deutschland“

Soviel dazu.

Unser Experte für innere und äußere Sicherheit hat im übrigen heute auch Geburtstag und wir werden nun, typisch costa-ricanisch, zu einem waschechten brasilianischen All You Can Eat Buffet. Yummi!

In eigener Sache: Sind die Videos von der Canopy-Tour auch in Deutschland abspielbar?