Freitag, 31. Mai 2013

Tarzan aus Monteverde!

Keine Sorge, ich bin nicht so egozentrisch, dass ich ausschließlich Videos von mir selbst hochlade, aber mysteriöserweise sind diese qualitativ am ehesten zu gebrauchen.

Donnerstag, 30. Mai 2013

Superman aus Monteverde!

(Größenwahnsinnige) Eindrücke von unserer Canopy-Tour durch die Regenwälder von Monteverde/ Costa Rica.

Samstag, 25. Mai 2013

I Think I Saw Paradise: The Corn Islands

 Liebe Blog-Verfolgerinnen, liebe Blog-Verfolger,

Nein, ich bin über die letzten 14 Tage nicht furchtbar schreibfaul oder uninspiriert gewesen, sondern die jüngste Blog-Abstinenz hatte durchaus nachvollziehbare Gründe. Denn: Reisegruppe Ostdeutschland - die im übrigen mal wieder aufgestockt wurde durch meine ehemalige Nachbarin Laura - hat sich leichten Mutes dafür entschieden, für ein paar Tage auf den Corn Islands zu leben und fünfe so gerade zu lassen wie nur irgendwie möglich.

Das Gute daran: Wir sind uns nun relativ sicher, zu wissen, wie in etwa das Paradies - oder mindestens der Drehort von Raffaello-Werbespots - aussieht. Das Schlechte daran: Im Paradies schert man sich recht wenig um passable Internetverbindungen.

In Anbetracht der folgenden Bilder sind jedoch einige Tage, an denen die allgemeine Facebook-Abhängigkeit in den Hintergrund tritt, wohl durchaus zu verschmerzen. Enjoy it! So we did!

Die Corn Islands 















Montag, 13. Mai 2013

Lust auf Abenteuer? Fahr mal an die Grenze von Honduras!


Nach einer wunderbaren Zeit im el salvadorianischen Pazifik-Dschungel – so widersprüchlich dieser Begriff auch klingen mag – hat sich Reisegruppe Ostdeutschland gestern mal wieder festes Schuhwerk angezogen und ist in die Schlacht mit diversen Grenzbehörden gezogen. Da unser Reiseziel dabei Nicaragua lautete, bedeutete dies gleichzeitig eine doppelte Auseinandersetzung mit den Damen und Herren der honduranischen Borderpatrol. Es gibt wirklich weitaus schönere Nachmittagsaktivitäten. Denn: Jeder Freizeitfussball-Spielbetrieb Deutschlands ist vermutlich effizienter organisiert.

Zwischen den Staaten El Salvador, Honduras, Nicaragua und Costa Rica besteht das sogenannte C-4-Abkommen, das – eigentlich – den Sinn haben soll, die Grenzüberquerungen zwischen den genannten Staaten zu vereinfachen. Der Vorteil dabei: der Reisende braucht sich nach der Ausreise aus Guatemala nicht mehr um einen Ein- bzw. Ausreisestempel der jeweiligen Länder in seinem Pass bemühen, was ihm im Umkehrschluss wiederum zahlreiche Warteschlangen an überfüllten Grenzübergängen erspart. Grundsätzlich ist das ja eine super Idee – wenn sie denn auch konsequent umgesetzt werden würde.

Etwa um neun Uhr morgens erreichten wir die Grenze zwischen El Salvador und Honduras und passierten diese nach etwas Papierkram für Jochen (unser Auto) in erstaunlich schnellem Tempo, da uns ja die besagten Stempel erspart blieben. Das dies auch definitiv so in Ordnung sei, versicherte uns im übrigen auch noch ein el salvadorianischer Grenzmitarbeiter mit einem breiten Lächeln.

Ebenfalls freudestrahlend passierten wir also die Grenzmärkte zwischen El Salvador und Honduras und das Einzige, was unser allgemeines Erstaunen über die Unkompliziertheit der Grenzüberquerung etwas trübte, war ein kurzes aber umso absurderes Intermezzo mit der Polizei. Ein anscheinend finanziell motivierter Polizist wies uns in einem Land, in dem Menschen hauptsächlich auf Ladeflächen und Autodächern am Straßenverkehr teilnehmen, ernsthaft darauf hin, dass wir nicht angeschnallt seien und dass man auf keinen Fall Barfuß fahren dürfe und rieb uns mit Hilfe eines Gesetzbuches, das die Anmut eines Hausaufgabenheftes eines Fünftklässlers hatte, seine vorgestellten Sanktionen unter die Nase. Dabei handelte es sich selbstredend um finanzielle Sanktionen. Nun, der gute Herr war bei weitem nicht der erste Polizist, mit dem wir uns bisher auseinandersetzen durften. Folgerichtig  schmetterten wir verhältnismäßig routiniert alle seine semilegalen Forderungen nach „50 Dollar“, wie er es so schön gebrochen hervorkeuchte,  mit einem gekonnten „No hablamos Espagnol“ (Wir sprechen kein Spanisch) sowie einem „Ingles tampoco“ (Englisch auch nicht) ab, bis es selbst ihm irgendwann zu peinlich wurde. Schließlich sind wir ja Deutsche. Da hat man von Englisch noch nie was gehört ;-)

Etwa 200 Kilometer legten wir in Honduras zurück und standen schließlich an der nächsten Grenze zu Nicaragua. "Das ging aber schnell bis jetzt", konstatierten Marcel und ich einstimmig.                      Leider passierte hier dann das, was ich irgendwie schon den ganzen Tag im Gefühl hatte. Mit der Hilfe eines honduranischen Jugendlichen fanden wir uns ungewohnt zielstrebig im Haus – oder eher der Baracke – mit den großen Lettern MIGRACION wieder, wo ein Beamter mit mittelmäßiger Laune  unsere Pässe unter die Lupe nahm.

„You need a stamp from Amarillo! Where is it?“

Was für einen Stempel denn nun? Wir hatten doch weit und breit ausgekundschaftet, dass ein solcher nicht vonnöten sei. In perfektem Neandertaler-Spanisch erklärten wir dem wenig diskussionsfreudigen Herren, was uns an der anderen Grenze zu dieser Thematik versichert wurde, worauf dieser uns mitteilte, dass dies absoluter Blödsinn sei, weil Honduras seit geraumer Zeit nicht mehr Teil des C4-Abkommens ist.

Klasse! Nach irgendwelchen semikriminellen Überlegungen entschlossen wir uns also – mit spürbar schlechterer Laune – den Rückweg anzutreten und wieder 200 Km bzw. insgesamt 400 Km hinter uns zu bringen.

Aus einer völlig entspannten Ankunft in nicaraguanischen Leon im Laufe des Nachmittags wurde so eine abendliche Welcome Back Party an der Grenze. Immerhin kannten wir uns hier nun bereits bestens aus. Und man mag es kaum glauben: Wir passierten sie!

Mit reichlich lustigen Nebengeschichten - wie beispielsweise einem Grenzpolizisten, der versuchte als „Wegzoll“ ein Brooklyn Nets Cap oder einen elektrischen Rasierer abzugreifen oder einem betrunkenen Grenzbeamten, der uns quasi als Mitfahrgelegenheit nach Hause nutzte – erreichten wir triefend nass und zugegebenermaßen etwas gestresst das schicke Örtchen Leon in Nicaragua.

Puh! Eigentlich hatten wir uns diesen Tag etwas anders vorgestellt. Doch wie wir alle wissen: Der Weg ist das Ziel.   

Samstag, 11. Mai 2013

Probleme eines Bloggers

Kinders, es tut mir wirklich schrecklich leid, aber mittlerweile bin ich endgültig in der dritten Welt angekommen, wo das Internet leider alles andere als einen Gegenstand des täglichen Gebrauchs darstellt. Insofern werden sich die Blogeinträge in den kommenden Wochen leider auf ein Minimum beschränken. Aber was will man auch anderes im Dschungel El Salvadors erwarten?!

 Schön ist es hier trotzdem! Viele Grüße!

Freitag, 3. Mai 2013

Sonntag, 28. April 2013

Die vielsagenden schiefen Mauern von Mexiko-Stadt


Nach einem zweistündigen Spaziergang entlang der Paseo de la Reforma, deren Anblick vorrangig durch hoch aufgeschossene Wolkenkratzer und ein reges Verkehrsaufkommen gekennzeichnet ist, bin ich mir endgültig sicher: das Zentrum von Ciudad de Mexico inklusive seiner verwinkelten Flaniermeilen im Umkreis des ehrwürdigen Palacio Nacional am Zocalo könnte wohl eins zu eins das Zentrum beinahe jeder europäischen Großstadt prägen. Egal ob in London, Paris oder Berlin.

Nichtsdestotrotz fühlt man sich auch als Besucher, der eigentlich nur selten die westliche Keule der Moral mit sich trägt, irgendwie dazu gedrängt, dem All You Can Eat Pauschaltouristen entgegen zu rufen: „Der Schein trügt.“

Die ersten Indizien dafür sind augenscheinlich. Denn selbst dem mehr oder weniger geschulten Touristenauge fällt nach nur einigen Stunden in der mustergültig hergerichteten Innenstadt unweigerlich auf, dass ein großer Teil der historischen Mauern im Zentrum von D.F., wie die Mexikaner ihre Hauptstadt zumeist nennen, schief stehen. Die Mauern der Gebäude - seien sie historisch bedeutsam oder nicht - neigen, ähnlich dem schiefen Turm von Pisa, zu einer bestimmten Seite. Was an für sich wohl selbst für den hyperkritischsten Touristen kein sonderliches Problem darstellt. Jedoch spiegelt dieser vermeintlich ausschließlich baustatische Mangelzustand beinah in Perfektion die sozialen Probleme der mexikanischen Metropole wider, die knapp neun Millionen Menschen beheimatet.

Denn trotz aller Schönheit des kulturell geprägten Zentrums der Innenstadt, erscheint fast es so, als ob die ungeliebten und gern überhörten Stimmen der Armut bis in die Innenstadt hallen und buchstäblich versuchen, an den prachtvollen Fassaden der Gebäude zu rütteln.

Zwischen 1870 und 1911 versuchte der Diktator Porfirio Diaz den schier niemals endenden Herausforderungen eines progressiven Bevölkerungswachstums mithilfe einer innovativen Reform entgegenzutreten, die bis dato ihresgleichen suchte. Er beschloss, den Lago de Texcoco - der aus heutiger geographischer Sicht mitten in Mexiko Stadt liegen würde - komplett trocken zu legen, um neuen Wohnraum für die zahlreichen Einsiedler der Stadt zu schaffen. Ein Vorhaben, dessen Intention gar nicht so unedel klingt, das jedoch so unzureichend in die Tat umgesetzt wurde, dass es bis heute unfreiwillig die Identität der gesamten Hauptstadt prägt.

Für die völlig verarmte Bevölkerung, die nun auf den ehemaligen Sumpfgebieten haust, bedeutet die tägliche Gefahr eines Erdrutsches in Kombination mit der ebenso latenten Gefahr eines Erdbebens die dauerhafte Gefährdung ihrer gesamten Existenz. Für die Regierungsangestellten und Banker, die in der florierenden Innenstadt ihr täglich Werk verrichten, bedeutet die Auseinandersetzung mit der mangelhaften Erdsubstanz hingegen wohl vielmehr ein Luxusproblem, da im Distrito Federal, kurz: D.F. , die allerwichtigsten baulichen Maßnahmen natürlich längst ergriffen wurden. Selbstredend nimmt das lästige Problem mit der mangelhaften Bausubstanz für sie auch weitaus weniger dramatische Ausmaße an.

Insofern interessiert wohl vor allem Frage nach der eigenen Interpretation eines Paradoxons, das die gesellschaftliche Identität der ehemals größten Stadt der Welt nahezu perfekt resümiert. Einerseits verdeutlichen die völlig unterschiedlichen Ausmaße ein und desselben Problems die tiefe Gespaltenheit Ciudad de Mexicos in Arm und Reich nahezu perfekt und auf der anderen Seite stellt die seit über hundert Jahren vorhandene gemeinsame Problemstellung wohl gleichzeitig die letzte Faser eines völlig ramponierten Fadens zwischen den Eliten Mexico Citys und seinen bettelarmen Bevölkerungsschichten dar.