Dienstag, 7. Oktober 2014

Fundstück des Tages - Find of the Day

Spontanes Straßen-Cricketgame für meinen deutschen Weggefährten Andreas und mich. Endergebnis: Unentschieden. 


Montag, 6. Oktober 2014

Voller Gegensätze: Ein Bilderpotpurri von Delhi

Old Delhi: Street Food im wahrsten Sinne. 
Einer von vielen Märkten in Jangpura.


Die unendlich vielen Autorikschas (Tuk-Tuk) - die eigentlichen Wahrzeichen Delhis.
Feiertage in Delhi - die Stadt putzt sich heraus.

Sie prägen das Bild der Stadt: streunende Hunde. Nachts kann es auch mal gefährlich werden.

Öffentliches Urinieren stellt eines der größeren Ärgernisse dar.

Das extreme Wetter macht auch den Indern zu schaffen.
Das moderne Delhi am Nehru Platz

Den Hindus heilig: der Elefant.
Der Metro-Untergrund von Delhi: Nichts für schwache Nerven.

Einer von vielen Märkten am Connaught Place.

Ein bisschen wie die Tauben-Frau bei Kevin allein in NY 

Selfie-Spaß am Connaught Place

Souvenir- und Stoffhänlder in Janpath
Baustofftransport auf indian Style



 Narendra Modis Kampagne #mycleanindia rollt durchs Land

Jeder und alles nimmt hier am Verkehr teil.


Ebenfalls heilig für die Hindus: die Kuh

Samstag, 4. Oktober 2014

Völkerverständigung oder Sprachschaschlik?

Morgens um zehn in Indien. Ein hellhäutiger Mann sitzt in der Lobby seines Hotels und will Frühstück bestellen. Sein Akzent deutet schnell an: Er ist Franzose. Daneben sitze ich mit meinem French Toast und beobachte die Szenerie. Ein Hotelangestellter nach dem anderen eilt zu dem immer aggressiver auftretenden Franzosen und versucht, ihn zu verstehen – ohne Erfolg. Verständlicherweise lautete die Schlussfolgerung: "Ach, fragen wir mal das andere Weißbrot da mit seiner obercoolen Brille (ich)." Auf einmal standen also meine Französischkenntnisse auf dem Prüfstand. Er hätte sein French Toast gerne mit einem "pan naturale", grundsätzlich versteh ich das ja so halbwegs (vermutlich so etwas wie Vollkornbrot), aber so wirklich dann doch wieder nicht. Und selbst wenn: Wie übersetzt man das nun in ein Englisch, dass ein indischer Hotelangestellter versteht? Trotz meiner halbherzigen Vermittlungskunst blieb das Problem ungelöst.

Laurent et moi
Laurent allerdings, so hieß der zunehmend frustrierte Franzose, sah in meinen rudimentären Französisch-Kenntnissen eine solide Prämisse, um einen Ausflug zusammen zu machen. Auf eigene Faust beschloss er, mich zum Lotus Tempel zu begleiten. Da mir etwas Gesellschaft nach einigen eher einsamen Tagen ebenfalls gut tat, hatte ich damit auch kein größeres Problem. Allein die Toast-Sache hatte irgendwie Lust auf mehr gemacht. Denn Laurent, das war sofort zu merken, äußert seine Sonderwünsche gnadenlos und immer auf Französisch. Ob ihn dabei jemand versteht ist erstmal zweitrangig.

Das Paradoxe dabei war, dass Laurent Französisch und Spanisch exzellent und Deutsch für Anfänger beherrschte, aber komischerweise nicht einen Hauch Englisch. Sowas gibt's auch nur in Frankreich. Ich hingegen beherrsche relativ gut Deutsch und auch mein Englisch kann sich mittlerweile sehen lassen, aber Französisch und Spanisch fallen ebenfalls in die Kategorie "rudimentäre Kenntnisse". Es entstand so ein origineller Sprachschaschlik, der mit fortschreitender Dauer für reichlich Belustigung sorgte, für den all meine Französisch-Lehrer sich allerdings in Grund und Boden geschämt hätten. Sätze wie der folgende prägten unsere gesamte Unterhaltung:

Je aime India pero India est un grand chaos tambien pour mi.

Grammatikalisch absolut katastrophal, im Kontext jedoch mit reichlich Gestik und Kreativität irgendwie zu verstehen. Glücklicherweise waren wir beide intelligent genug, um zu registrieren, dass Satzanfänge, die man von Beginn an fragend beäugte, direkt stoppte und mit mäßigem Erfolg versuchte, umzuformulieren. Klingt vielleicht anstrengend, war aber lustig.

Die Krönung fand dann statt, als wir auf dem Rückweg mit den Rikscha-Fahrern über den Preis verhandelten. Falls mich mal jemand fragt, ob ich schon mal in eine Sprache übersetzt habe, die ich nicht kann, kann ich diese Frage von nun an mit ja beantworten. Ich sprach zu dem Rikscha-Fahrer auf Englisch und übersetzte dann unseren Gesprächsinhalt in einen französisch-spanischen Mix. Das Coole dabei: Laurent hat es wirklich verstanden, was ich ihm in meinem Sprachkauderwelsch übersetzte.

Lotus Tempel in Neu Delhi
Eine Frage, die sich dabei unweigerlich stellt: Wie überlebt Laurent (Zahnarzt) eigentlich seinen Aufenthalt hier? Zum Beispiel, indem er mit Rikscha-Fahrern in Zeichensprache spricht. Er zeigt mit der einen Hand die Zahl und mit der anderen die Anzahl der Nullen und anschließend macht der Fahrer dann den Daumen hoch oder runter. Was Laurent mich somit gelehrt hat: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und: Sprachen sind überbewertet, muha.

Das typische Problem aller Südeuropäer hatte allerdings auch Laurent. Sobald ich zwei Sätze am Stück verstanden hatte, dachte er, er könnte sich mit mir fließend unterhalten – ohne sonderlich langsam oder deutlich zu sprechen. Nachdem ich den dritten Satz am Stück mit "Oui, Oui." quittierte, schnallte er aber auch, dass Politikkonversationen wohl etwas zu weit führen.

Ich glaub, wenn wir irgendeine gemeinsame Sprache gehabt hätten, wären Laurent und ich noch häufiger zusammen unterwegs. So muss es nun aber wohl bei einem gemeinsamen Ausflug bleiben. Dieser war dafür aber äußerst einprägsam und lehrreich.  

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Über den Tisch gezogen?!

Heute habe ich mir etwas aufschwatzen lassen – und im Nachhinein war das sogar eine super Entscheidung. Normalerweise bin ich es gewohnt, sobald ich Deutschland verlasse und nicht unbedingt nach Österreich oder Nordamerika verreise, erstmal sofort in einen freundlichen aber bestimmten "No, Thanks!" Modus zu schalten. Als Nordeuropäer bin ich für fast alle anderen Kulturen der Welt nämlich ein lebender Geldschein. In der Vergangenheit führte das dann dazu, dass nahezu jeder aufdringliche Verkäufer (und davon gibt es eine Mange) mit steigender Reisedauer umso schroffer abgewiesen wurde. Dies führte dann im Extremfall sogar zu Handgreiflichkeiten.


Humayun-Mausoleum - Humayuns tomb
Besonders schlimm ist es in Touristengebieten, insofern war ich auf das Schlimmste vorbereitet. Ich besuchte heute das wirklich äußerst beeindruckende Humayun-Mausoleum (UNESCO Welterbe). Eine architektonische Meisterleitung aus dem 16. Jahrhundert, die an das Taj Mahal erinnert und mutmaßlich als dessen Inspiration diente. Ich denke, die Bilder des Grabmals sprechen für sich.

Doch zurück zum Thema: Nachdem der Hinweg mit dem Tuk-Tuk zum mit Metro nur schwer erreichbaren Humayun noch zu den ortsüblichen Jangpura-Preisen (3 Km für 80 Rupien=1 Euro) ablief, war natürlich klar, dass auf dem Rückweg, also vor dem Grabmal des Humayun, nur die größten Tuk-Tuk-Abzocker warten werden. 

So war es dann mehr oder weniger auch. Ich hatte die Wahl zwischen zwei Tuk-Tuk-Fahrern, die jeweils mit einem Preis von 80 Rupien zufrieden waren, aber jeweils noch einen Stopp machen wollten. Die Option "einfach nur nach Hause" gab es bei beiden nicht. Der eine jüngere Fahrer wollte auf irgendeinen Markt, der andere ältere Weißbart bei einem Souvenir Shop Halt machen. Der Weißbart erschien mir vertrauenserweckender. Völlig gleichgültig und uninteressiert trat ich also wenig später aus dem Tuk-Tuk in den besagten Souvenir Shop. Mein Fahrer setzte sich direkt zu seinen Freunden im Geschäft und lachte laut herum. "Das war ja klar", dachte ich mir. 

Meine skeptische Grundhaltung wurde eher noch aggressiver, als der Verkäufer dann begann, mir nach und nach sein Sortiment zu zeigen. Erst irgendwelche Tücher, dann komische Ringe und schließlich Skulpturen. Der erste Skulptur war nicht wirklich hübsch, die zweite erst recht nicht. Er ging dann über zu Elefanten. Ein Tier, das ich irgendwie mag. Aufgrund des Elefanten-Gottes Ganesha sind sie in Indien heilig und kommen durchaus als nettes Souvenir in Betracht. Kurz darauf vergaß ich mich, und registrierte, dass seine handgemachten Elefanten-Skulpturen eigentlich sogar qualitativ hochwertig und hübsch anzuschauen waren. Auf den vergangenen Reisen habe ich die Erfahrung gemacht, wenn du die Dinge, die dir spontan gefallen, nicht kaufst, stehst du letztendlich komplett ohne zufriedenstellendes Souvenir dar. Für 500 statt der ausgepreisten 700 Rupien erhielt ich so zu Beginn meiner Reise bereits ein ordentliches Souvenir, das sich nun, also auch einen Tag danach, als guter Kauf anfühlt. Manchmal muss man auch mal Touri sein. 

Dass meinem Tuk-Tuk-Fahrer auf dem Weg aus dem Geschäft direkt hinter meinem Rücken 100 Rupien als Provision in die Hand gedrückt wurden, war mir letztlich auch egal. Ohne ihn hätte ich diesen tollen Laden gar nicht gefunden und so bin ich Didar, so hieß der Gute, sogar ein wenig dankbar. Seine weiteren Offerten, dass er mich quasi durch ganz Delhi kutschieren könnte, musste ich dennoch ablehnen. Irgendwann ist dann auch mal wieder gut mit der Geberlaune.


Mittwoch, 1. Oktober 2014

(The Quick Promised) English Summary 1.01

My first two days in India, Delhi, have been really exciting. Exciting means in that context my effort to adjust to all this chaotic surroundings I get to know right now. My arrival at the Delhi Airport was quite an experience. Actually my internship organization sent me a driver with the purpose to take me to my hotel from the airport, but the problem was that I had no idea how to find him in a crowd of tons of people who were waiting for allegedly important people. Eventually, after some really confusing minutes I recognized a sign saying "Erik Sabas". That made me quite happy because a plan B was missing at all. "Yeah, at least I will not sleep on the street", I thought when the driver told me some things about Delhi and meanwhile he handled the horrible traffic like it's nothing. In his opinion Delhi traffic is "relaxed". I kind of doubt that. After all, I felt asleep at 3 AM somewhere in Delhi. I really had no idea where that was.

Next day I realized where my Hotel actually was: in the heart of huge indian bazar. So I started from from scratch in the middle of all the indian chaos. My adjustment process went pretty well and I kind of know how to deal with all this after a really depressing first day where I didn't even leave my quarter. Now I got seven days for sight seeing and all the things my conscience tells me before I will start an internship at the german Goethe Institute.

Selfie-Tourismus Nr. 1: Humayun-Mausoleum